Qualitätsmanagement
|
Siegfried Dreher

Einleitung
Der Kontext der Organisation ist ein zentrales Element der DIN EN ISO 9001. Er bildet die Grundlage für ein wirksames Qualitätsmanagementsystem, indem er beschreibt, wer das Unternehmen ist, welche Rahmenbedingungen wirken und welche Erwartungen interessierte Parteien haben. Dieser Leitfaden zeigt praxisnah, wie Unternehmen ihren Kontext strukturiert erfassen und für Audits nachvollziehbar dokumentieren.

Keyword‑Bereich
Kontext der Organisation ISO 9001
Interne und externe Themen ISO 9001
Interessierte Parteien ISO 9001
Chancen und Risiken ISO 9001
Prozesslandschaft ISO 9001
Unternehmenskontext Qualitätsmanagement
Stakeholderanalyse ISO 9001
Sachverhalt
Unternehmensbeschreibung
Im „Kontext der Organisation“ ist ein zentraler Ausgangspunkt für die Darstellung des Unternehmens. Das Unternehmen muss die Kernfakten zusammenstellen, hierzu zählen unter anderem:
Unternehmensform: | GmbH, Gbr., …. |
Unternehmensstandort: | Steigäckerweg 13 in 78582 Balgheim |
Unternehmensleitung: | Hr. Max. Beispiel |
Anzahl Mitarbeiter: | 70 Mitarbeiter |
Tätigkeitsbereich: | Herstellung von mechanischen Bauteilen als Lohnfertiger |
Vision/Mission: | Wir sehen uns als Partner für unsere Kunden für die Herstellung Komplexer Baugruppen. Dies umfasst sowohl die mechanische Fertigung als auch Montage. |
Kernprozesse: | Kundenakquise, Angebotsbearbeitung, Produktion, Reklamationsmanagement |
Diese Kernfakten können sowohl genutzt werden für die interne als auch externe Kommunikation. Diese geben wieder, für was die Organisation steht.
Diese Kernfakten werden um die interne/externen Themen und interessierten Parteien ergänzt
Interne und Externe Themen/in
Für die sinnvolle Ermittlung und Darstellung der Interne und Externe Themen macht es Sinn sich vorab über die interessierten Parteien (Stakeholder) Gedanken zu machen.
Interessierte Parteien (Stakeholder)
Bei den Interessierten Parteien handelt es sich um alle Personen und Gruppen, die ein Interesse am Unternehmen haben oder der Tätigkeiten des Unternehmens haben.
Typische interessierte Parteien sind:
Kunden
Mitarbeiter
Lieferanten
Eigentümer oder Gesellschafter
Behörden
Banken
Versicherungen
Öffentlichkeit
Gewerbeaufsicht
Berufsgenossenschaft
….
Entscheidend ist nicht nur die Identifikation der interessierten Parteien, sondern das Verständnis ihrer Erwartungen und Anforderungen, siehe hierzu „Ausarbeiten interne und externe Themen“.
Vertiefung: Dokumentierte Informationen - DIN EN ISO 9001
Ausarbeiten interne/externer Themen
Auf Basis der interessierten Parteien (Stakeholder) muss man nun für jede Partei sich Gedanken machen bzw. analysieren, welche Interessen oder Anforderungen diese an die Organisation/Unternehmen haben. Diese Interessen und Anforderungen sind die internen und externen Themen, je nachdem ob diese durch die Organisation beeinflusst werden können oder nicht. Themen die beeinflusst werden können zählen zu den internen Themen. Themen welche nicht direkt durch die Organisation beeinflusst werden können zählen zu den externen Themen.
Interne Themen
Qualität der Produkte
Qualifikation der Mitarbeiter
Prozessstabilität
Externe Themen
Markt- und Wettbewerbssituation
Gesetzliche Anforderungen
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Diese müssen aber stärker differenziert und analysiert werden für jede interessierte Partei.
Chancen- und Risikobetrachtung
Die einzelnen internen und externen Themen müssen für jede interessierte Partei bewertet werden. Die Bewertung muss umfassen ob es sich um eine Chance oder Risiko handelt. Darüber hinaus ist anzuraten auch eine Bewertung der Risiko- bzw. Chancenstärke zu machen. Durch diese Bewertung kann mittels eines Filters, für die relevanten Risiken und Chancen Maßnahmen abgeleitet werden.
Diese Chancen- und Risikobetrachtung sollte man auch für die Prozessrisiken/-chancen machen. Hierzu ist es wichtig sich über die Unternehmensprozesse Gedanken gemacht zu haben.
Thema / Bereich | Chance | Risiko | Maßnahmen | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
Kundenbeziehungen | Stärkere Kundenbindung durch hohe Qualität und Termintreue | Kundenverlust bei Qualitätsproblemen oder Lieferverzug | Einführung eines Liefertermin‑Monitorings; regelmäßige Kundenzufriedenheitsanalysen | Mittel – abhängig von Prozessstabilität |
Mitarbeiterqualifikation | Produktivitätssteigerung durch gezielte Schulungen | Know‑how‑Verlust bei Fluktuation | Schulungsplan; Qualifikationsmatrix; Mentorenprogramm | Hoch – direkte Auswirkung auf Produktqualität |
Lieferantenmanagement | Kostenvorteile durch strategische Partnerschaften | Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten | Lieferantenbewertung; Zweitlieferantenstrategie | Hoch – kritische Abhängigkeiten |
Produktion / Technik | Effizienzsteigerung durch Automatisierung | Produktionsstillstand bei Maschinenausfall | Wartungsplan; Ersatzteilmanagement; Investition in neue Anlagen | Sehr hoch – unmittelbare Auswirkung auf Lieferfähigkeit |
Umwelt & Energie | Imagegewinn durch nachhaltige Produktion | Energiepreissteigerungen; neue gesetzliche Vorgaben | Energiemanagement; Verbrauchsmonitoring; ISO‑50001‑Integration | Mittel – abhängig von Markt und Gesetzgebung |
Markt & Wettbewerb | Neue Kunden durch innovative Produkte | Preisdruck durch internationale Konkurrenz | Marktanalyse; Produktdiversifikation; kontinuierliche Verbesserung | Mittel – abhängig von Innovationskraft |
Compliance & Recht | Rechtssicherheit durch dokumentierte Prozesse | Bußgelder bei Verstößen | Compliance‑Audits; Schulungen; Rechtsmonitoring | Hoch – rechtliche Risiken kritisch |
Prozesslandschaft
Mittels der Prozesslandschaft werden die wesentliche Prozesse und Abläufe im Unternehmen dargestellt. Dabei kann sowohl die Reihenfolge als auch Prozesshierarchie dargestellt werden. Häufig wird eine Prozessdarstellung in Leistung-/Führungsprozessen, Kern- oder Leistungsprozessen und Unterstützungsprozessen verwendet.
Interne Links
Ich empfehle, folgende interne Links
Allgemein
Qualitätsmanagement
Umweltmanagement
Arbeitssicherheit
Zusammenfassung
Der Kontext der Organisation ist ein zentrales Element der DIN EN ISO 9001. Er umfasst:
Unternehmensbeschreibung
Stakeholderanalyse
Interne und externe Themen
Chancen- und Risikobewertung
Prozesslandschaft
Eine klare, strukturierte Dokumentation schafft Transparenz, stärkt die Auditfähigkeit und bildet die Grundlage für ein wirksames Qualitätsmanagementsystem.