Einleitung

Interne Audits sind ein zentrales Element der DIN EN ISO 45001. Sie prüfen, ob das Arbeits‑ und Gesundheitsschutzmanagementsystem (AMS) wirksam funktioniert, gesetzliche Anforderungen erfüllt und kontinuierlich verbessert wird. Richtig geplant und durchgeführt, sind interne Audits nicht nur eine Normanforderung, sondern ein strategisches Werkzeug zur Sicherheitskultur, Risikominimierung und Prozessoptimierung.


Keywords

  • Interne Audits ISO 45001

  • Audit Leitfaden 

  • Arbeitsschutz

  • SGA‑Audit 

  • Checkliste

  • Auditprogramm ISO 45001

  • Auditmethoden ISO 45001

  • Auditbericht 

  • Arbeitsschutz

  • Kapitel 9.2 ISO 45001

  • Gesundheitsschutz 

  • Audit

  • Risikobasierte 

  • Auditplanung


Sachverhalt

1. Grundlagen der internen Audits nach ISO 45001

Interne Audits sind in Kapitel 9.2 der Norm verankert. Sie sollen sicherstellen, dass:

  • das AMS konform zur Norm ist,

  • interne Vorgaben eingehalten werden,

  • Prozesse und Maßnahmen wirksam funktionieren,

  • Verbesserungspotenziale identifiziert und umgesetzt werden.

1.1 Anforderungen der Norm

Die ISO 45001 fordert:

  • ein risikobasiertes Auditprogramm,

  • unabhängige Auditoren,

  • definierte Auditkriterien,

  • dokumentierte Auditfeststellungen,

  • Nachverfolgung von Maßnahmen.

Ziel ist die objektive Bewertung der Wirksamkeit des Arbeitsschutzmanagementsystems.


2. Auditplanung – Aufbau eines wirksamen Auditprogramms

Ein Auditprogramm ist mehr als ein Kalender – es ist ein strategisches Steuerungsinstrument für Sicherheit und Gesundheit.

2.1 Bestandteile eines Auditprogramms

  • Auditziele: Wirksamkeit, Risiken, Compliance, Prävention

  • Auditumfang: Prozesse, Standorte, Schichten, Tätigkeiten

  • Auditkriterien: Normkapitel, interne Vorgaben, gesetzliche Anforderungen

  • Auditfrequenz: risikobasiert statt jährlich fix

  • Auditteam: Kompetenz, Unabhängigkeit, Rollen

2.2 Risikobasierter Ansatz

Prozesse mit hoher Bedeutung für Sicherheit, Gesundheit oder Rechtskonformität sollten häufiger auditiert werden. Beispiele:

  • Gefährdungsbeurteilung

  • Notfallmanagement

  • Schulungsprozesse

  • Fremdfirmenmanagement

  • PSA‑Verwendung


3. Durchführung – Ablauf eines internen Audits

3.1 Eröffnungsbesprechung

  • Ziel und Umfang erläutern

  • Rollen klären

  • Zeitplan abstimmen

3.2 Auditmethoden

  • Interviews mit Führungskräften und Mitarbeitenden

  • Dokumentenprüfung (z. B. Gefährdungsbeurteilungen, Schulungsnachweise)

  • Beobachtung vor Ort (Gemba‑Prinzip)

  • Stichproben und Nachweisprüfung

3.3 Fragetechniken

  • Offene Fragen zur Prozessverständnis

  • Vertiefende Fragen zur Umsetzung

  • Nachweise einfordern (z. B. Unterweisungsprotokolle, Prüfberichte)

3.4 Abschlussbesprechung

  • Feststellungen präsentieren

  • Abweichungen klar benennen

  • Verantwortlichkeiten und Fristen festlegen


4. Checkliste für interne Audits

4.1 Vor dem Audit

  • Auditplan erstellt

  • Auditkriterien definiert

  • Dokumente gesichtet

  • Auditoren unabhängig

  • Risiken bewertet

4.2 Während des Audits

  • Interviews geführt

  • Prozesskennzahlen geprüft

  • Nachweise gesichtet

  • Abweichungen formuliert

  • Chancen und Risiken bewertet

4.3 Nach dem Audit

  • Auditbericht erstellt

  • Maßnahmen dokumentiert

  • Verantwortliche benannt

  • Wirksamkeitsprüfung geplant

  • Management informiert


5. Typische Abweichungen in ISO 45001‑Audits

5.1 Dokumentierte Informationen (Kapitel 7.5)

  • Veraltete Dokumente

  • Fehlende Freigaben

  • Keine Versionskontrolle

5.2 Kompetenz und Schulung (Kapitel 7.2)

  • Schulungsnachweise fehlen

  • Kompetenzanforderungen unklar

  • Einweisungen nicht dokumentiert

5.3 Gefährdungsbeurteilung (Kapitel 6.1)

  • Risiken nicht bewertet

  • Chancen nicht dokumentiert

  • Maßnahmen nicht nachverfolgt

5.4 Notfallmanagement (Kapitel 8.2)

  • Notfallpläne fehlen oder veraltet

  • Übungen nicht dokumentiert

  • Verantwortlichkeiten unklar

5.5 Interne Audits selbst (Kapitel 9.2)

  • Auditprogramm nicht risikobasiert

  • Auditoren nicht unabhängig

  • Auditberichte unvollständig

  • Maßnahmen nicht nachverfolgt


Interne Links

Empfohlene interne Verlinkungen:

  • Einführung – DIN EN ISO 45001

  • Kontext der Organisation – DIN EN ISO 45001

  • Dokumentierte Informationen – DIN EN ISO 45001

  • Arbeitsschutzpolitik – DIN EN ISO 45001

  • Chancen und Risiken – DIN EN ISO 45001

  • Managementbewertung – ISO 45001

  • Integriertes Managementsystem (IMS)

  • Dienstleistungen: Interimsmanagement & Managementsysteme


Zusammenfassung

Interne Audits nach DIN EN ISO 45001 sind ein wirksames Werkzeug zur Bewertung der Systemleistung im Arbeits‑ und Gesundheitsschutz. Mit klarer Planung, strukturierten Checklisten und professioneller Durchführung werden Audits zu einem Motor für kontinuierliche Verbesserung und Sicherheitskultur. Typische Abweichungen zeigen, wo Unternehmen häufig Schwachstellen haben – und bieten wertvolle Ansatzpunkte für Optimierungen. Ein gut aufgebautes Auditprogramm stärkt nicht nur die Normkonformität, sondern auch die Gesundheit, Sicherheit und Leistungsfähigkeit des gesamten Unternehmens.

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