Arbeitssicherheitsmanagement
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Siegfried Dreher

Einleitung
Die Arbeitsschutzziele sind ein zentraler Bestandteil der DIN EN ISO 45001. Sie übersetzen die Arbeitsschutzpolitik in konkrete, messbare und überprüfbare Vorgaben, die das Unternehmen systematisch sicherer und gesünder machen. Ein klar definiertes Zielsystem schafft Transparenz, Fokus und Nachweisbarkeit – sowohl intern als auch gegenüber Behörden, Auditoren und Beschäftigten.

Keywords
Arbeitsschutzziele ISO 45001 SGA‑Ziele ISO 45001 Gesundheitsschutz Kennzahlen SMART‑Ziele Arbeitsschutz SGA‑Leistungsbewertung Arbeitsschutzmanagement Ziele Auditnachweis ISO 45001 Sicherheitskennzahlen SGA Kontinuierliche Verbesserung ISO 45001
Sachverhalt
1. Anforderungen der ISO 45001 an Arbeitsschutzziele (Kapitel 6.2)
Die Norm fordert, dass Arbeitsschutzziele:
aus der Arbeitsschutzpolitik abgeleitet sind,
messbar und überprüfbar sind,
Verantwortlichkeiten, Ressourcen und Zeitpläne enthalten,
dokumentiert und kommuniziert werden,
regelmäßig bewertet und aktualisiert werden.
Die Ziele müssen die kontinuierliche Verbesserung der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit fördern.
2. Dokumentationsanforderungen
Die ISO 45001 verlangt dokumentierte Informationen über:
die Ziele selbst,
Maßnahmen zur Zielerreichung,
Verantwortlichkeiten,
Zeitrahmen und Ressourcen,
Bewertung der Zielerreichung.
Diese Dokumentation dient als Nachweis für Audits und Managementbewertungen.
3. Arbeitsschutzziele nach dem SMART‑Prinzip
Gute Arbeitsschutzziele müssen SMART sein:
Buchstabe | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
S | Spezifisch | „Reduktion der Arbeitsunfälle im Produktionsbereich“ |
M | Messbar | „−20 % gegenüber Vorjahr“ |
A | Attraktiv | „Erhöhung der PSA‑Akzeptanz durch Mitarbeiterschulung“ |
R | Realistisch | „Umsetzung durch Schulung und Kontrolle“ |
T | Terminiert | „bis Q4 2026“ |
4. Beispiele für Arbeitsschutzziele nach ISO 45001
Nr. | Arbeitsschutzziel | Zielwert | Zähler | Nenner |
|---|---|---|---|---|
1 | Arbeitsunfälle reduzieren | −20 % | Unfälle | Beschäftigte |
2 | PSA‑Tragequote erhöhen | +15 % | PSA‑Träger | Gesamtbelegschaft |
3 | Unterweisungsquote steigern | +10 % | Unterwiesene MA | Gesamt‑MA |
4 | Beinaheunfälle erfassen | +30 % | gemeldete Fälle | Gesamtfälle |
5 | Gefährdungsbeurteilungen aktualisieren | 100 % | geprüfte Dokumente | Gesamt‑Dokumente |
6 | Notfallübungen durchführen | 2 × jährlich | Übungen | Standorte |
7 | Ergonomie verbessern | −10 % | Beschwerden | Beschäftigte |
8 | Fremdfirmenunterweisungen | 100 % | unterwiesene Personen | Fremdfirmen |
9 | Lärmbelastung senken | −5 dB | Messwert | Arbeitsplatz |
10 | Schulungsquote SGA‑Themen | +20 % | Schulungen | Gesamt‑MA |
5. Maßnahmenplanung (Pflicht nach ISO 45001)
Pos. | Maßnahme | Verantwortlich | Ressourcen | Zeitrahmen | Überwachung |
|---|---|---|---|---|---|
1 | Analyse der Unfallursachen | SGA‑Beauftragter | Zeit für Analyse, Unfallstatistik | monatlich | Unfallbericht |
2 | Schulung zur PSA‑Nutzung | Produktionsleitung | Schulungsbudget, Trainer | Quartal 2 | Schulungsnachweis |
3 | Aktualisierung Gefährdungsbeurteilungen | Fachkraft für Arbeitssicherheit | Dokumente, Software | halbjährlich | Auditprüfung |
4 | Durchführung Notfallübungen | Standortleitung | Personal, Ausrüstung | jährlich | Übungsprotokoll |
6. Überwachung & Bewertung der Arbeitsschutzziele
Typische Überwachungsintervalle:
monatlich: operative Kennzahlen (Unfälle, PSA‑Quote)
quartalsweise: Prozesskennzahlen (Unterweisungen, Schulungen)
jährlich: Managementbewertung (Zielerreichung, Trends, Wirksamkeit)
Nachweise für Audits
KPI‑Berichte
Maßnahmenpläne
Trenddiagramme
Auditberichte
Managementbewertungsprotokolle
7. Verbindung zur Arbeitsschutzpolitik
Arbeitsschutzziele müssen direkt aus der Arbeitsschutzpolitik abgeleitet sein.
Element | Formulierung |
|---|---|
Arbeitsschutzpolitik | „Wir wollen sichere und gesunde Arbeitsplätze schaffen und kontinuierlich verbessern.“ |
Abgeleitetes Arbeitsschutzziel | „Reduktion der Arbeitsunfälle um 20 % bis Q4 2026.“ |
8. Gute und schlechte Beispiele
Gute Ziele
„Reduktion der Arbeitsunfälle um 20 % bis Q4 2026.“
„Erhöhung der Unterweisungsquote von 85 % auf 95 % bis Jahresende.“
„Durchführung von zwei Notfallübungen pro Standort und Jahr.“
Schlechte Ziele
„Wir wollen sicherer arbeiten.“
„Die Gesundheit soll verbessert werden.“
„Wir reduzieren Risiken.“
Interne Links
Empfohlene interne Verlinkungen:
Einführung – DIN EN ISO 45001
Arbeitsschutzpolitik – DIN EN ISO 45001
Chancen und Risiken – DIN EN ISO 45001
Dokumentierte Informationen – DIN EN ISO 45001
Interne Audits – DIN EN ISO 45001
Managementbewertung – ISO 45001
Integriertes Managementsystem (IMS)
Dienstleistungen: Interimsmanagement & Managementsysteme
Zusammenfassung
Die Arbeitsschutzziele nach DIN EN ISO 45001 sind das Herzstück eines wirksamen Arbeits‑ und Gesundheitsschutzmanagementsystems. Sie schaffen Klarheit, Fokus und messbare Ergebnisse – und sind ein zentraler Bestandteil jedes Audits nach ISO 45001. Ein gutes Ziel ist messbar, erreichbar, relevant und zeitlich definiert – und trägt direkt zur Sicherheit, Gesundheit und Motivation der Mitarbeitenden bei.