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Veränderungen bei der DIN EN ISO 9001:2025

Veränderungen bei der DIN EN ISO 9001:2025

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Siegfried Dreher

Einleitung

Die Revision der DIN EN ISO 9001 (voraussichtlich Ausgabe 2025) ist evolutionär, nicht revolutionär. Sie aktualisiert die Norm an moderne Anforderungen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Resilienz, Chancenorientierung und Qualitätskultur. Gleichzeitig werden Formulierungen präzisiert und an die neue Harmonized Structure (HS) angepasst.

Dieser Beitrag zeigt dir strukturiert, praxisnah und auditfest, welche Änderungen kommen – und wie du sie in deinem Unternehmen umsetzt.


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Sachverhalt – Die Änderungen der ISO 9001:2025 im Überblick


1. Ausgangsbasis: Wo steht dein QMS heute?

Bevor Anpassungen erfolgen, braucht es eine IST‑Analyse:

  • Welche Prozesse sind dokumentiert?

  • Welche Anforderungen der ISO 9001:2015 sind erfüllt?

  • Wo bestehen Lücken – insbesondere bei Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Wissen, Resilienz?

Praxis‑Tipp: Erstelle eine Gap‑Analyse entlang der Kapitel 4–10.


2. Identifikation der Änderungen – Was kommt neu?

2.1 Harmonized Structure (HS) statt HLS

Die Norm wird an die neue HS angepasst. Wesentliche Punkte:

  • Vereinheitlichung von Begriffen

  • Integration von Nachhaltigkeit & Klimawandel

  • Präzisere Formulierungen

  • Stärkere strategische Ausrichtung


2.2 Klimawandel als Kontextfaktor (Kapitel 4)

Das Amendment A1:2024 wurde vollständig integriert.

Neu:

  • Klimawandel als relevanter externer Faktor

  • Erwartungen interessierter Parteien zu Klimathemen prüfen

  • Kontextanalyse dynamischer und regelmäßiger aktualisieren

Praxis: Kontextanalyse erweitern, ESG‑Aspekte berücksichtigen.


2.3 Führung: Qualitätskultur & Ethik (Kapitel 5)

Eine der wichtigsten Neuerungen:

  • Pflicht zur Förderung einer Qualitätskultur und ethischen Verhaltens

  • Stärkere Verbindung zwischen Kontextanalyse und Strategie

  • Führung muss Transformation (Digitalisierung, Nachhaltigkeit) aktiv unterstützen

Praxis: Werte, Ethik und Kultur sichtbar verankern.


2.4 Planung: Risiken & Chancen getrennt (Kapitel 6)

Die bisherige 6.1 wird aufgeteilt:

  • 6.1.2 Maßnahmen zum Umgang mit Risiken

  • 6.1.3 Maßnahmen zum Umgang mit Chancen

Vorteile:

  • Systematischere Risikobewertung

  • Aktive Chancenentwicklung

  • Strategischere Ausrichtung


2.5 Änderungen planen (Kapitel 6.3)

Neu:

  • Wirksamkeit der Änderungen überwachen

  • Änderungen kommunizieren

  • Ergebnisse überprüfen

Praxis: Change‑Prozesse dokumentieren, KPIs definieren.


2.6 Unterstützung: Qualitätskultur & Dokumentation (Kapitel 7)

Neu:

  • Bewusstsein für Qualitätskultur & Ethik (7.3 e)

  • „Outputs“ wird durch „Results“ ersetzt

  • Dokumentation dient stärker als Wirksamkeitsnachweis

Praxis: Schulungen erweitern, Dokumentation modernisieren.


2.7 Betrieb: Digitalisierung & Resilienz (Kapitel 8)

Neu:

  • Digitalisierung stärker integriert

  • Lieferkettenrisiken relevanter

  • „Results“ statt „Outputs“

Praxis: Lieferantenmanagement stärken, digitale Prozessfähigkeit prüfen.


2.8 Bewertung der Leistung (Kapitel 9)

Neu:

  • Mehr datenbasierte Entscheidungen

  • KPIs strategischer

  • Remote‑Audits & digitale Methoden relevanter

Praxis: KPI‑System modernisieren, digitale Auditmethoden integrieren.


2.9 Verbesserung (Kapitel 10)

Neu:

  • Chancenorientierung als Bestandteil der Verbesserung

  • Fokus auf Innovation, Fehlerkultur & organisationales Lernen

Praxis: KVP strategischer ausrichten.


3. Bewertung der Auswirkungen

Typische Kriterien:

  • Relevanz

  • Risiko

  • Aufwand

  • Ressourcenbedarf

Beispiele:

Thema

Relevanz

Risiko

Aufwand

Qualitätskultur

hoch

mittel

mittel

Klimawandel

mittel

hoch

gering

Risiken/Chancen

hoch

hoch

mittel


4. Maßnahmenplanung

Empfohlene Schritte:

  • Kontextanalyse erweitern

  • Risiko‑ & Chancenmatrix aktualisieren

  • Schulungen zu Kultur & Ethik

  • Dokumentationsstruktur anpassen („Results“)

  • Prozesse digitalisieren


5. Umsetzung im QMS

Typische Anpassungen:

  • Prozessbeschreibungen aktualisieren

  • Verfahrensanweisungen überarbeiten

  • Neue KPIs (z. B. Resilienz, digitale Prozessfähigkeit)

  • Lieferantenmanagement stärken

  • Wissensmanagement ausbauen


6. Schulung & Kommunikation

Wichtig:

  • Führungskräfte aktiv einbinden

  • Mitarbeitende sensibilisieren

  • Qualitätskultur sichtbar machen

  • Werte & Ethik in Trainings integrieren


7. Überwachung & Bewertung

Nutze:

  • interne Audits

  • Managementbewertung

  • KPI‑Analysen

  • Lessons Learned


8. Kontinuierliche Verbesserung

Die Revision stärkt den PDCA‑Gedanken:

  • Innovation fördern

  • Fehlerkultur verbessern

  • Resilienz steigern

  • Chancen aktiv nutzen


🌐 Externe Links

  • ISO.org – Revision 9001:2025

  • IAF – Harmonized Structure


🔗 Interne Links

  • Chancen und Risiken – ISO 9001

  • Qualitätskultur – ISO 9001:2025

  • Klimawandel als Kontextfaktor

  • Dokumentierte Informationen – ISO 9001

  • Interne Audits – Leitfaden & Checklisten


🧩 Zusammenfassung

Die DIN EN ISO 9001:2025 bringt:

  • Mehr Klarheit

  • Mehr Strategie

  • Mehr Kultur & Ethik

  • Mehr Nachhaltigkeit

  • Mehr Digitalisierung

Chance: Das QMS moderner, digitaler und resilienter gestalten.

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