Arbeitsschutz, Risiken und Vorschriften im Bergbau


Einleitung

Die Gewinnung mineralischer Rohstoffe zählt zu den technisch anspruchsvollsten und zugleich gefährlichsten Industriezweigen. Unter- wie übertägige Betriebe sind geprägt von wechselnden Bedingungen, extremen Umgebungen, komplexen Maschinen und hohen Anforderungen an Sicherheit, Gesundheitsschutz und Organisation. Der vorliegende Beitrag fasst die wichtigsten Aspekte aus dem Schulungsmodul RT‑k: Gewinnung von Rohstoffen (2025) zusammen und bietet eine praxisorientierte Übersicht für Unternehmen, Sicherheitsfachkräfte und Führungskräfte.


Keywords

Rohstoffgewinnung, Bergbau, Arbeitsschutz, GesBergV, ABBergV, BBergG, Bewetterung, Schlagwetterschutz, Kohlenstaubexplosion, Böschungsrutschung, Sprengtechnik, Bergbehörde, Betriebsplanverfahren, Eignungsuntersuchung, Steine und Erden, Untertagebau, Tagebau, BG RCI


Sachverhalt

Betroffene Berufsgenossenschaft

Die im Bergbau relevanten Unfall- und Berufskrankheitsdaten stammen überwiegend von der BG RCI. Aus dem Dokument:

„Ca. 40.000 Beschäftigte … 480 meldepflichtige Arbeitsunfälle … 1.725 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit.“

Betroffene Bereiche:

  • Bergbau (unter Tage & über Tage)

  • Baustoffe – Steine – Erden

  • Erdöl/Erdgas

  • Salz, Schiefer, Kaolin, Kalk, Gips

  • Besucherbergwerke und sonstige Bergwerke


Anforderungen an Sicherheit & Gesundheitsschutz

1. Gefährdungen Unter Tage

Aus dem Dokument:

„Ständig ändernder Betrieb, Temperatur, Bewetterung, Schlagwetterschutz, Kohlenstaubexplosion, Grubenbrand, Enge Räume, Gebirgsschlag, Gas-/Wassereinbruch.“

Wesentliche Risiken:

  • Explosionsfähige Atmosphären (Methan, Kohlenstaub)

  • Sauerstoffmangel & toxische Gase

  • Mechanische Gefährdungen durch Maschinen & Engstellen

  • Temperatur- und Klimabelastungen

  • Sicht- und Beleuchtungsprobleme

  • Gefahrstoffe (z. B. Quarzstaub)

2. Gefährdungen Über Tage

Aus dem Dokument:

„Wasseraustritt, Tagesbruch, Böschungsrutschung, Haldenrutschung, Staub, Verkehr, Umgang mit Sprengmitteln.“

Typische Risiken:

  • Instabile Böschungen

  • Großgeräteverkehr (SKW, Radlader, Bagger)

  • Sprengtechnik

  • Staubexposition

  • Brandereignisse


Stand der Technik

Bewetterung

Die Bewetterung ist zentraler Bestandteil des Arbeitsschutzes im Untertagebau.

„Lüfter – einziehender Schacht – ausziehender Schacht – Wettertüren – Wetterführung.“

Ziele:

  • Frischluftversorgung

  • Ableitung verbrauchter Luft

  • Kontrolle von Methan & CO

  • Temperaturmanagement

Schlagwetterschutz

Technische Maßnahmen:

  • Gasüberwachung

  • Explosionssperren

  • Wassertrogsperren

Darstellung der „Troggruppe einer ortsfesten Wassertrogsperre“.

Staubschutz

GesBergV definiert klare Grenzwerte:

„Staubbelastungsstufen 0–3 … C1 bis 8 mg/m³, Cq1 bis 0,40 mg/m³.“

Explosionsschutz

Das Dokument zeigt den Zusammenhang von Kohlenstaub und Methan:

„Explosionsbereich bei 1–7 % CH₄ und steigender Kohlenstaubkonzentration.“


Ausführung – Praktische Umsetzung im Betrieb

1. Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokument (ABBergV §3)

Aus dem Dokument:

„Gefährdungsbeurteilung, Maßnahmen, Qualitätskontrolle, Gestaltung der Arbeitsstätten, Unterweisung, körperliche Eignung.“

Pflichtbestandteile:

  • Gefährdungsbeurteilung

  • Betriebsanweisungen

  • Unterweisungen

  • Prüf- und Instandhaltungskonzepte

  • Dokumentation nach ArbSchG §6

2. Eignungsuntersuchungen (GesBergV)

Aus dem Dokument:

„Muskel- und Skelettsystem, Gleichgewichtssinn, Sehvermögen, Hörvermögen, Lungenfunktion.“

3. Betriebsplanverfahren (BBergG §§50 ff.)

Pflicht für:

  • Errichtung & Betrieb von Grubenbauen

  • Sprengarbeiten

  • Bewetterungskonzepte

  • Gasabsaugung

  • Brand- & Explosionsschutz


Anwendungsbeispiele mit Lösung

Beispiel 1: Staubbelastung im Tagebau

Problem: Hohe Quarzstaubbelastung bei Brecheranlagen. Lösung:

  • Wasserbedüsung

  • Einhausung

  • Absaugung

  • Persönliche Schutzausrüstung (FFP3)

  • Kontinuierliche Staubmessung (im Dokument dargestellt)

Beispiel 2: Böschungsrutschung

Problem: Instabile Böschung nach Starkregen. Lösung:

  • Geotechnische Überwachung

  • Böschungsneigung anpassen

  • Sperrbereiche einrichten

  • Entwässerungssysteme optimieren

Beispiel 3: Schlagwetterschutz Unter Tage

Problem: Methanwerte steigen über Grenzwert. Lösung:

  • Erhöhung der Wettermenge

  • Gasabsaugung aktivieren

  • Elektrische Anlagen abschalten

  • Bereich räumen

Beispiel 4: Großgeräteverkehr (SKW)

Problem: Tote Winkel führen zu Kollisionen. Lösung:

  • Kamerasysteme

  • Radar-/LIDAR-Sensorik

  • Einbahnstraßensysteme

  • Fahrerschulung


Regelungen und Vorschriften

Wesentliche Rechtsgrundlagen

Aus dem Dokument:

„BBergG, ABBergV, GesBergV, KlimaBergV, BVOASi, ElBergV, BPVSt.“

Aufgaben der Bergbehörden

Aus dem Dokument:

„Präventives Betriebsplanverfahren, Betriebskontrollen, Gasabsaugung, Brand- und Explosionsschutz, Staubschutz, Umgang mit Sprengmitteln.“

Weitere Zuständigkeiten

  • Umweltschutz

  • Gerätesicherheit

  • Gefahrstoffe

  • Arbeitsschutz


Externe Links

  • Bundesministerium für Wirtschaft & Klimaschutz (BMWK) – Bergrecht

  • DGUV / BG RCI – Branchenregeln Bergbau

  • GesBergV (Gesundheitsschutz-Bergverordnung)

  • ABBergV (Allgemeine Bundesbergverordnung)

  • BBergG (Bundesberggesetz)


Interne Links

  • Auditplanung & Dokumentation

  • Gefährdungsbeurteilung nach ISO 45001

  • Explosionsschutz im Betrieb

  • Staub- und Gefahrstoffmanagement

  • Unterweisung & Eignungsuntersuchungen


Zusammenfassung

Die Rohstoffgewinnung stellt höchste Anforderungen an Sicherheit, Technik und Organisation. Das Schulungsmodul zeigt klar: Bergbau ist ein dynamisches, risikoreiches Arbeitsumfeld, das nur durch konsequente Gefährdungsbeurteilung, moderne Technik, klare Vorschriften und gut geschulte Beschäftigte sicher betrieben werden kann. Von Bewetterung über Schlagwetterschutz bis hin zu Böschungsstabilität und Großgeräteverkehr – jeder Bereich erfordert präzise Planung und Umsetzung. Die gesetzlichen Grundlagen (BBergG, ABBergV, GesBergV) bilden dabei das Fundament für einen sicheren und rechtskonformen Betrieb.


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